Bärlauch - immer der Nase nach

Wald mit Bärlauch
So bald die ersten Frühlingsstrahlen unser Gemüt wieder erwärmen ist auch die Zeit des Bärlauchs gekommen. In Wäldern und Auen sprießt der Bärlauch und ein leichter Knoblauchduft zieht einem durch die Nase. Je nach Witterung kann bereits ab März gesammelt werden. Im Juni, wenn der Bärlauch zu blühen beginnt, sollte man diesen nicht mehr pflücken.

Sammeln von Bärlauch
Bärlauch gehört zwar nicht zu einer bedrohten Art, aber durch rücksichtslose Sammler ist es zu regelrechten Plünderungen der Bärlauchbestände gekommen. Gerade die zu frühe Ernte schadet der Knolle sehr. Pro Pflanze sollten nur 3 bis 4 Blätter mit einem Messer abgeschnitten werden.

Nach der Ernte sollten die Blätter gründlich gewaschen und und abgetrocknet werden, um eventuell vorhandene Eier des Fuchsbandwurmes zu entfernen. Die Bärlauchblätter sollten vor jeder Verwendung kurz blanchiert werden.

Verwechslungsgefahr von Bärlauch
Jedes Jahr liest man immer wieder von Vergiftungen, weil die Blätter des Bärlauchs mit Maiglöckchen, Herbstzeitlose oder mit dem gefleckten Aronstab verwechselt worden sind. Ich will ja keinem eine böse Absicht nachsagen, aber so wirklich verwechseln kann man die Blätter eigentlich nicht.

Das Wichtigste Merkmal ist der Geruch - am eindeutigsten erkennt man die Blätter des Bärlauchs an seinem knoblauchartigen Geruch, der entsteht, wenn die Blätter zwischen den Fingern gerieben werden. Aber auch hierbei sei Vorsicht geboten, denn der Geruch bleibt auf den Fingern haften und bei den nächsten Blättern wird es schon schwieriger.

Bärlauch
Bärlauch
Beim Bärlauch findet man jeweils ein Blatt auf einem langen Stiel. Die Stielfarbe ist weißlich bis leicht grün. Die Blätter knicken leicht ab, lassen sich leicht zerreiben und riechen intensiv nach Knoblauch. Die Blüten des Bärlauchs sind sternförmig.

Maiglöckchen
Maiglöckchen haben zwei bis drei Blätter auf einem kurzen Stiel. Die Stielfarbe ist jedoch rötlich. Im Gegensatz zum Bärlauch besitzen Maiglöckchen biegsame fast gummiartige Blätter. Die Blüten sind glockenförmig.

Herbstzeitlose
Die Herbstzeitlose hat mehrere Blätter auf einem Stängel und besitzt biegsame fast gummiartige Blätter.

Aronstab
Der Aronstab besitzt pfeilförmige Blätter mit einer gitterähnlicher Struktur, die besonders an der Unterseite zu sehen ist.

Fazit: Wer sich seiner Sache nicht sicher ist und Vergiftungen vermeiden will, sollte frischen Bärlauch auf den Märkten oder im Supermarkt kaufen. Außerdem stammt dieser Bärlauch meist aus Kulturen die frei von Verunreinigung durch den Fuchsbandwurm sind.

Aufbewahrung
Es empfiehlt sich grundsätzlich Bärlauch immer frisch zu verarbeiten. Er kann jedoch ein paar Tage in einem Plastikgefäß mit einigen Tropfen Wasser frisch gehalten werden. Vom Einfrieren der Blätter rate ich grundsätzlich ab, da dabei sehr viel Aroma verloren geht. Jedoch habe ich einige Lösungen gefunden, mit denen ich sehr zufrieden bin.

Bärlauchbutter – so heißt eine meiner Lösungen. In Stangen gerollt und eingefroren haben Sie immer ein Stück Frühling zur Hand. Mit der Bärlauchbutter können Sie Nudeln, Risotto und Gemüse verfeinern oder einfach in einer Pfanne schmelzen lassen und zu gebratenen Fisch oder Fleisch servieren.

Bärlauchöl – herrliches Aroma für Salate
Bärlauchpesto – zubereitet wie Basilikumpesto

Kochen mit Bärlauch
Bärlauch sollte immer erst kurz vor dem Verzehr beigefügt werden, da sich die feinen Aromen und Geschmackstoffe sehr schnell verflüchtigen. Auch wie bei allen anderen grünen Gemüse und Kräutersorten wird der Bärlauch durch längeres Kochen grau und unansehnlich.

Blühender Bärlauch
Sollten Sie jetzt Lust bekommen haben, finden Sie nun hier einige Rezepte mit Bärlauch.

Bärlauchbutter
Bärlauchgnocchi
Bärlauchmus mit Wildkräutersalat
Bärlauchöl
Bärlauchpesto
Bärlauchschaumsuppe
Saiblingsfilet mit Venusmuscheln und Bärlauch


Gesundheitliche Wirkung von Bärlauch
Der wertvolle Inhaltsstoff im Bärlauch ist das Alliin. Es schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hält das Gedächtnis auf Trab. Ansonsten hat Bärlauch eine ähnliche Wirkung wie Knoblauch.


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